Schwachstelle Fenster

Wie zu Hause auch, sind die Fenster eines Wohnmobils die größte Wärmebrücke. Denn egal, wie gut der Aufbau deines Campers ist: das Basisfahrzeug, unabhängig von welchem Hersteller, ist in der Regel nicht wintertauglich und deswegen nicht darauf ausgelegt, die Wärme im Inneren über längere Zeit bei niedrigen Außentemperaturen zu speichern. Das liegt hauptsächlich daran, dass das gesamte Cockpit aus einfach verglastem Echt-Glas besteht. Die isolierende Wirkung ist hier minimal.
Doch zum Glück gibt es mehrere Möglichkeiten, das Fahrerhaus und die Scheiben im Wohnraum nachträglich zu isolieren.

Außen angebrachte Thermoschutzmatten

Thermomatten, die außen auf die Windschutzscheibe des Wohnmobils oder die Wohnraumfenster gelegt werden, befestigt man meist mit Spanngummis an den Spiegeln oder den Haltegriffen.

Die Schutzhülle geht über die gesamte Breite der Windschutzscheibe.
Die Schutzhülle geht über die gesamte Breite der Windschutzscheibe. © Fritz Berger
Das Fenster des Wohnwagens wird mit einer Thermomatte isoliert.
Das Fenster des Wohnwagens wird mit einer Thermomatte isoliert. © Hindermann

sehr gute Dämmung

keine Kondenswasserbildung an der Innenseite der Scheibe

müssen nach Regen / Schnee nass verstaut werden

für die Montage muss man das Fahrzeug verlassen


Innen angebrachte Thermoschutzmatten

Innen angebrachte Thermoschutzmatten werden meist mit Saugnäpfen an der Scheibe befestigt. Es gibt aber auch manche Vans und Kastenwagen, an denen die Thermomatten mittels Druckknöpfen an der Innenverkleidung angebracht werden können.

Die Matten werden von innen an die Windschutzscheibe und die Seitenfenster geheftet. 
Die Matten werden von innen an die Windschutzscheibe und die Seitenfenster geheftet.  © Fritz Berger
Auch für die Seitenfenster von Kastenwagen gibt es maßgeschneiderte Thermomatten.
Auch für die Seitenfenster von Kastenwagen gibt es maßgeschneiderte Thermomatten. © Hindermann

unkomplizierte Montage von innen

bleiben immer trocken

schlechtere Dämmung als außenliegende Matten

Kondenswasserbildung an der Innenseite der Scheibe

Der Thermovorhang hat eine Öffnung, um Radio oder Klimaanlage zu bedienen.
Der Thermovorhang hat eine Öffnung, um Radio oder Klimaanlage zu bedienen. © Hindermann

Um den Wohnraum zusätzlich vom Fahrerhaus des Wohnmobils abzutrennen, eignet sich ein Thermovorhang. Dieser hält die warme Luft zusätzlich im Wohnraum. Dieses Modell hat eine Öffnung, um Klimaanlage und Radio zu bedienen.
Hier findest du den Thermovorhang im Berger Onlineshop. 


Schwachstelle Boden

Gerade beim Wintercamping kämpfen wir oft mit kalten Füßen. Die Wärme zieht immer nach oben und deswegen bleibt es in Bodennähe trotz eingeschalteter Heizung und Luftauslässen in Fußnähe kalt. Manche Fahrzeuge und Wohnwagen haben deswegen einen Doppelboden. Eine Luftschicht zwischen Fahrzeugunterboden und Fußboden im Aufbau isoliert und der Innenraum kühlt nicht so schnell aus. Manchmal ist dieser Doppelboden sogar beheizt und wird benutzt, um Leitungen und Tanks frostsicher unterzubringen. In den meisten Fällen haben Wohnwagen und Reisemobile werkseitig aber einen einfachen Boden aus Polyvinylchlorid, also PVC. Diesen gilt es jetzt gegen von unten eindringende Kälte zu schützen.

Dieser Heizteppich funktioniert über einen 12-V-Anschluss, kann aber auch in der 230-V-Variante bestellt werden.
Dieser Heizteppich funktioniert über einen 12-V-Anschluss, kann aber auch in der 230-V-Variante bestellt werden. © procar

Es gibt elektrische Heizteppiche, die ähnlich wie ein Fußabstreifer einfach an die gewünschte Stelle gelegt werden und Wärme erzeugen. Andere werden wie eine Fußbodenheizung unter einen Teppich verlegt und angeschlossen. Beide Varianten gibt es als 12- oder 230-V-System und sie erzeugen wohlige Wärme. Hier findest du Heizteppiche im Berger Onlineshop.

Die Schürze inklusive Radabdeckung schützt vor Zugluft.
Die Schürze inklusive Radabdeckung schützt vor Zugluft. © Hindermann

Eine Wohnwagenschürze schützt zuverlässig vor Zugluft, die sonst durch den Spalt unter Wohnwagen oder Wohnmobil hindurchziehen würde. Die Befestigung kann mittels Keder oder magnetisch an der Karosserieunterseite erfolgen. Hier findest du alle Wohnwagenschürzen im Berger Onlineshop.


Schwachstelle Außenhaut

Die Karosserie von Campingfahrzeugen wird nach dem Sandwich-Prinzip gebaut: Außenblech – Isolierung – Innenblech. Das macht sie stabil und unempfindlich gegen Feuchte. Aluminiumbleche auf beiden Seiten der Isolierung minimiert die Auswirkungen von Temperaturschwankungen. Manche Hersteller setzen neuerdings auf Wandtapeten im Wohnraum, die eventuelles Kondenswasser absorbieren. An der Außenhaut werden Dichtmittel, beispielsweise Butyldichtungen, verwendet, um Blechstöße, Überlappungen und Schraubverbindungen abzudichten. Pro Wohnwagen werden circa 20 Kilogramm Dichtungsmasse verwendet.

Trotzdem wird es immer Stellen geben, die schlechter Isoliert sind, als andere. Das ist bei Campingfahrzeugen vor allem die Aufbautüre und bei Kastenwagen die Heckklappe. Auch hier helfen Thermomatten am besten.

Der Thermovorhang schützt vor Wärmeverlust über die Hecktüre.
Der Thermovorhang schützt vor Wärmeverlust über die Hecktüre. © Hindermann

Thermomatten für die Hecktür bestehen aus einer Sandwichkonstruktion mit dicker Isolierung und einer Veloursschicht. Es gibt sie passend für verschiedene Fahrzeuge und ein- oder zweiteilig. Der Zugang zum Stauraum unterhalb des Bettes und zum Gasflaschenschrank lässt sich durch Öffnen von zwei Reißverschlüssen bequem erreichen. Hier findest du den Thermovorhang für die Hecktür im Berger Onlineshop.

Aufzeichnen - ausschneiden - Ränder einfassen - Saugnäpfe anbringen - fertig.
Aufzeichnen - ausschneiden - Ränder einfassen - Saugnäpfe anbringen - fertig. © Fritz Berger

Gibt es keinen passenden Thermovorhang für Fenster und Türen deines Wohnwagens oder Wohnmobils, kannst du dir deinen Eigenen individuell zuschneiden. Hier findest du die Do-It-Yourself Thermomatte im Berger Onlineshop.


Schwachstelle Kühlschrank-Lüftungsgitter

Durch die Lüftungsgitter des Kühlschrankes gelangt Luft in den Innenraum des Fahrzeuges. Das ist auch gut so, schließlich soll diese Luft die Rückseite des laufenden Kühlschrankes kühlen.

Doch ist es draußen jetzt besonders kalt, kühlt diese Luft den Innenraum von Wohnwagen oder Wohnmobil herunter. Deswegen ist es sinnig, die Lüftungsgitter mit sogenannten Winterabdeckungen zu verschließen. Keine Sorge, das Gitter wird nicht komplett verschlossen, es kommt immer noch genug Luft an deinen Kühlschrank.

Bei wärmeren Temperaturen darf die Abdeckung nicht montiert werden.
Bei wärmeren Temperaturen darf die Abdeckung nicht montiert werden. © Truma Gerätetechnik GmbH & Co. KG
Ist das Gitter verdeckt, dringt weniger Luft in den Innenraum.
Ist das Gitter verdeckt, dringt weniger Luft in den Innenraum. © Truma Gerätetechnik GmbH & Co. KG

Die Winterabdeckungen gibt es in verschiedenen Größen, passend für viele Modelle. Außerdem kannst du zwischen verschiedenen Farben wählen, um das Außendesign des Fahrzeugs nicht zu beeinträchtigen.

Thetford empfiehlt die Verwendung von Abdeckungen für den Winter, wenn der Kühlschrank bei niedrigen Außentemperaturen unter 8 Grad Celsius verwendet wird.
Im bei wärmeren Temperaturen muss die Abdeckung unbedingt wieder abgenommen werden. Die Belüftung ist mit dem Zusatzgitter nämlich nicht ganz so gut, wie ohne. Wird es zu heiß, kann der Kühlschrank nicht mehr mit voller Leistung kühlen. Hier findest du alle Kühlschrankgitter-Abdeckungen im Berger Onlineshop.


Die Heizung beim Wintercamping

Da die Heizung im Wohnwagen und Wohnmobil lediglich eine Umluftanlage ist, kann feuchte Luft nicht abtransportiert werden. Die Feuchtigkeit setzt sich dann an den kalten Stellen im Fahrzeug ab. Nur wenn du richtig lüftest, kann Kondenswasser abtransportiert werden. Also auch wenn es kalt ist: Fenster zwei Mal am Tag für mindestens fünf Minuten öffnen – egal, wie kalt es ist.
Generell sollte die warme Heizungsluft ungehindert vom Fußboden unter Betten und Sitzgruppen durch die Oberschränke zur Decke strömen können, um alle Bereiche gleichmäßig zu erwärmen.


Gut isolierte Fahrzeug-Modelle fürs Wintercamping

Mit vielen Wohnwagen und Wohnmobilen kannst du heutzutage bedenkenlos in den Winterurlaub fahren, ohne Gefahr zu laufen, zu frieren.  Denn moderne Fahrzeuge sind gut isoliert. Außerdem werden die Heizungsleitungen direkt neben den Wasserleitungen verlegt, um zu verhindern, dass Letztere zufrieren. Manche Hersteller bieten optionale Winterpakete, welche beispielsweise eine warmwassergespeiste Fußbodenheizung, spezielle Abwasserisolierung oder Radiatoren beinhalten.

Die Anschaffung eines richtigen Winter-Wohnmobils oder eines Winter-Wohnwagens, wie ein Kabe- oder Polar-Model lohnt sich nur für Camper, die wirklich viel im Winter unterwegs sind. Alle anderen fahren auch mit herkömmlichen Campingfahrzeugen gut.


Fazit: Wintercamping für alle

Schon mit wenigen Hilfsmitteln lassen sich Wärmebrücken an Wohnwagen und Wohnmobil leicht vermeiden. Auch in Wohnwagen und Wohnmobilen, die nicht speziell für Winter(dauer-)camper ausgelegt sind, kann viel Behaglichkeit herrschen und du wirst immer ein warmes Zuhause auf Rädern vorfinden.